Jugend gegen Rechtsextremismus

“Hey, das ist doch das aus der 7. Klasse damals!” - Eigentlich ein einfacher Satz.

Für uns vom Schulprojekt Jugend gegen Rechts bedeutet er aber, dass wir etwas erreicht haben, dass sich Schüler selbst nach mehreren Jahren noch an das erarbeitete erinnern.

Und das macht uns stolz.

Was ist aber „Jugend gegen Rechts“? Was ist “Das aus der 7. Klasse damals?” und warum macht uns so eine kleine Bemerkung stolz?

Zunächst zum Projekt

Jugend gegen Rechts ist kein typisches Wahlfach. Die Treffen finden unregelmäßig und spontan statt, es gibt keinen festen Raum im Schulgebäude und die Inhalte bestimmen wir selbst. Wie wir das Projekt gestalten bleibt uns überlassen, die Teilnahme und das Engagement vollkommen auf freiwilliger Basis. Das alles unter dem Motto “Demokratie lebt auch in den kleinsten Dingen”.

Wie bereits im Namen vermutbar, richten wir uns gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Statt nachts um 3 Wahlplakate der NPD zu beschmieren, haben wir allerdings den friedlicheren Weg der Aufklärung gewählt.

Unser höchstes Ziel besteht darin, den jüngeren Schülern die Thematik und vor allem die Problematik der rechten Szene näher zu bringen. Unter diesem Aspekt fällt auch der Schwerpunkt des Projektes auf die alljährlichen Aktionsstunden mit der siebten Jahrgangsstufe. Hierbei gehen wir aktiv in die Klassen und bieten den Schülern die Möglichkeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sowohl theoretisch durch mit Powerpoint unterlegter Informationspräsentation, als auch praktisch mit Diskussionsrunden und kreativem Plakatentwerfen. Auf diese Weise versuchen wir, dass selbst junge Schüler Position beziehen.

Wenn dann also Mitschüler aus unserer Jahrgangsstufe zu uns sagen “Ach du machst jetzt bei diesem Projekt aus der siebten Klasse mit?”, dann merken wir, dass unsere Vorgänger einen guten Job gemacht haben und in den Köpfen der Schüler etwas hängen geblieben ist.

“Für die Demokratie kann man immer etwas tun, auch wenn ihr nur vier Mal im Jahr vor Siebtklässlern steht und ihnen etwas über Rechtsextremismus erzählt. Frauke Petry wird deswegen nicht sofort aufhören, fremden-feindliche Kommentare zu äußern und Berge versetzt es auch nicht. Und ja, wenn Herr Gauland wieder mal über schwarze Nachbarn lautstark nachdenken sollte, dann geht ihm zumindest von unseren Siebtklässlern keiner mehr auf den Leim. ”

(Auszug aus dem Fazit am Ende eines unserer Vorträge)

Was beinhaltet das Projekt?

  • Auseinandersetzung mit der Thematik “Rechtsextremismus”
  • Entwerfen/Überarbeiten der Inhalte (die sich immer wieder ändern)
  • Gestaltung der Aktionsstunden mit Arbeitsblättern, Plakaten, Spielen, etc.
  • Neu: Workshop “Präsentationen halten” beim KJR in Gelbenholzen
  • Durchführung mehrerer Aktionsstunden in der 7. Jahrgangsstufe

Wer kann mitmachen?

Unsere Gruppe ist eine bunte Mischung von Schülern der Jahrgangsstufen 8-11 und immer offen für Neuzugänge.

Mitmachen darf jeder, der wirklich Lust hat, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und gern mit Jüngeren zusammenarbeitet.

Jeder, dem ein paar Stunden Engagement im Jahr nix ausmachen und jeder, der helfen will, unsere Gesellschaft ein Stückchen toleranter zu machen.

Und wer es komisch findet plötzlich als Lehrer vorne zu stehen, dafür gibt es Gelbenholzen.

Über neue Teammitglieder freuen wir uns immer!

Ansprechpartnerin und betreuende Lehrkraft ist Sonja Zimmermann.

 

 

Radiobeitrag “Nah Dran” auf Bayern 2 : Unter dem Thema “Haltung entwickeln – Demokratie-Erziehung in der Schule” wurden ein paar unserer Projektleiter für die Sendung Notizbuch auf Bayern 2 interviewt.